openMic

was ist das???

 

 

 

 


 

           




Der Ball rollt wieder

Zum Anfang einer neuen Saison besteht -zumindest im Amateurbereich- häufig die Sorge, ob man genügend Spieler im Team hat, um bis zum Ende alle Partien in voller Besetzung bestreiten zu können. Auch wir beim Openmic sahen uns vor dem Auftakt am 14.08. mit solchen Bedenken konfrontiert, da es im letzten Jahr zu diversen kurzfristigen Ausfällen auf Künstlerseite gekommen war, die einfach nicht aufzufangen waren. Um so schöner war es nun zu sehen, dass die Spielzeit 10/11 mit dem Erscheinen aller angekündigter Acts beginnen sollte. Und wer von Live-Konzerten mehr erwartet als bloße Anwesenheit der Musiker -Virtuosität und Spaß z.B.-, wurde auch nicht enttäuscht.

Wenn meine Mutter mich ermahnt, doch meine Hosen nicht so tief zu tragen, entgegne ich oft, das müsse so sein: Schließlich komme ich doch aus dem HipHop. Und wenn dann, nicht allzuviel später, meine Hosenbeine erste Löcher aufweisen, rede ich mich mit meiner angeblichen Punkvergangenheit heraus. Während mir diverse Jugendkulturen nur als Ausrede für nachlässige Kleidungsgewohnheiten dienen, sind ihre Einflüsse bei Raucherecke gut hörbar vorhanden. Hier stehen nicht Melodie und Gesangsakrobatik im Vordergrund. Statt dessen präsentieren Tobi an der Gitarre und Bender, a.k.a. Mzee Schwendrik, aber unaufgeregt klassische Elemente des HipHop, wie Sprechgesang und Rhythmuslastigkeit, die sie (besonders gelungen bei dem Escuela de Rima-Hit "Hansa oder Cocktails") in das SingerSongwriter-Genre übertragen.

Stefanie Jansen hat vermutlich ganz andere musikalische Wurzeln als ihre beiden Vorgänger. Sehr folkig, weniger Timing-orientiert leben ihre Songs ("Freefalling", "a damn long time", "Life from afar", "Nice way to die" und "Rule Britannia") vor allem von ihren starken Melodien. Mit harmonischen Akkordfolgen, einer eigenen, schönen Stimme und diversen Dynamikwechseln erzeugt ihre Musik eine melancholische Grundstimmung, die den Zuhörer gefangennimmt, aber keineswegs erdrückt, da -wohldosiert- immer wieder hoffnungsfrohe Anklänge zu finden sind.

Ich habe Mike & der Doktor (indekl. wie der AlterMarkt?) schon mehrfach beinahe hymnisch besprochen, muss aber diesmal davon absehen. Mir gehen einfach die netten Worte aus. Den Nachlesern empfehle ich die Rezensionen vom 12.06.08, dem 11.07.09 oder dem 12.12.09, den beiden Jungs hingegen einen richtig miesen Auftritt, damit ich endlich einmal die schlimmen Wörter ausprobieren kann, die ich zuhause nicht sagen darf. (Gespielt wurden: "Freiheit und Sicherheit", "Ganz Du", "Der Krieger", "Motorrad" und "Zappo".)

Marketingexperten würden Steven DeAcid möglicherweise zu einem Umstyling raten. Oder auch nicht. Denn der Widerspruch zwischen der äußeren Erscheinung des muskelbepackten Kölners mit seinen Piercings und Tätowierungen und dem zarten Ansatz seiner Songs, die er gewollt leise (an diesem Abend allerdings etwas zu leise, da der etwas blecherne Klang seiner 12-saitigen Gitarre einen höheren Lautstärkepegel verhinderte) darbietet, ist durchaus reizvoll. Stets sehr sanft, mitunter balladesk, zieht er bei dem Song "Tiefe spüren" doch mal etwas an und gibt mit eigenen deutschen Liedern und englischen Covern ein schönes Openmicdebüt.

Der arme Björn Friedel! Die ersten 3 Versuche, beim Openmic zu spielen, schlugen (unseretwegen!) fehl, und als es dann dieses Mal doch gelang, musste er ausgerechnet als letzter auftreten, zu einem Zeitpunkt also, wo meine Notizen sich aufgrund unbekannter Faktoren meistens nur noch in unleserlichem Gekrakel erschöpfen. Nichtsdestotrotz gutgelaunt meisterte er seinen allerersten Soloauftritt mit Bravour. Mit Anleihen bei Britpop und Grunge ("Bitch") hat er seinen ganz eigenen Stil längst gefunden. Begleitet von einfachem, aber versierten Gitarrenspiel transportiert er seine Gefühle vor allem über diesen ganz unverkennbaren Gesang ausdrucksstark und in sich stimmig.

Vielen Dank an alle Künstler, Helfer und Zuschauer, die die letzten Jahre Openmic möglich gemacht haben!

Gruß,

Ann


 

 

Es gibt eine Menge openMic Veranstaltungen - auch in Deutschland. Bei allen gleich ist s Prinzip, dass ohne Gage die eigene Kunst zum Besten gegeben wird. Hier hören aber auch schon die Gemeinsamkeiten auf.

Bei einer Veranstaltung ist unter openMic ein Karaoke Event gemeint,

bei einer anderen sind es professionelle Musiker, die spontan das Mikrofon ergreifen,

wieder andere lassen Hobbymusiker zu professionellen Bands ihre Lieblingslieder trällern

und dann gibt es noch die Veranstaltungen, bei denen die Darbietung vollständig ohne fremde Hilfe erfolgt - ob Musik, Lesung, Kabarett oder zaubern........

Viele openMic Veranstaltungen haben sich auf Jazz oder Hipp Hopp spezialisiert (warum auch immer).

Bei uns heißt openMic:

Liedermacher, wo seid ihr. Jeder, der ein Lied selbst gemacht hat und zu einem akustischen Instrument oder a-capella vortragen möchte, soll die Möglichkeit erhalten auf der Bühne vor einem Publikum zu stehen. So kann der Künstler Erfahrungen sammeln, ob seine Musik das hält, was er sich davon verspricht und das Publikum kann nicht selten neue (Geheim)tips mitnehmen.

Das openMic-Bonn hat sein Zuhause in der Mausefalle 33 1/3  in der Weberstraße 41, 53113 Bonn gefunden - Danke, Georg - und findet jeden zweiten Samstag im Monat von 20:00 Uhr - bis 22:00 Uhr statt. 

Jetzt seid ihr dran! Meldet Euch an, damit wir Termine planen können.

Habt ihr ein Lied gemacht, spielt aber kein Instrument? Auch kein Problem - sucht einfach über diese Seite einen Mitmusiker.

 

home                    Wir                  Anmeldung         Mausefalle 33 1/3       Kontakt           Impressum                Rezensionen